Sylsvester in Köln

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Kurzgeschichten zum Entspannen

Eindrücke eines überwältigenden Feuerwerkes zu Sylvester in Köln

Sylvester in Köln

Ein faszinierendes Feuerwerk

Wie man den Jahreswechsel in Köln am Rhein feiert

 

Sylvester in Köln

Hohenzollern-Brücke in Köln. Es ist ein kalter Dezembertag. Ein Hauch von Stille liegt am letzten Tag des Jahres über der Stadt. Der Rhein fließt sanft, aber anscheinend schneller als sonst, fast lautlos.
Er hat sein sonst übliches Flussbett verlassen und mit seinem dunklen Wasser die Rheinufer überflutet. Bänke werden vom Wasser umspült. Die Bootsanleger liegen höher als sonst. Das Wasser bildet teilweise kleine Strudel. Auf der Oberfläche schwimmen kleinere oder größere Äste und Hölzer, die von der Strömung sanft, aber bestimmt, mitgerissen werden. Der Rhein hat Hochwasser.
Ein weiß lackierter ICE passiert die Brücke mit einem mitbringendem eindrücklichem Fahrwind und dumpfem Geräusch. Er fährt langsam, als traute er sich nicht schneller die Brücke zu überqueren. Eine dagegen fast altmodische S-Bahn kommt auf einem anderen Gleis entgegen. Ein kalter Wind weht sanft über die Brücke. Die Luft riecht klar und angenehm.
Die Fähren an den Bootsanlegern warten auf ihr Geschäft an diesem Abend. Mit leuchtenden Girlanden, die von weitem an eine Zirkuszelt-Beleuchtung erinnern. Langsam setzt die Dämmerung ein. Die ersten Lichter tauchen in der Ferne auf. Eine S-Bahn überquert die Deutzer Brücke. Die Lichter der Wagen ziehen wie eine Kette von der rechten Seite der Brücke zur Linken, um dann irgendwann zu verschwinden. Das Überqueren der S-Bahn und der Autos auf der Deutzer Brücke ist nur ganz leise von weitem vernehmbar.
Die Restaurants entlang des Rheinufers haben sich ebenfalls auf den letzten Tag des Jahres vorbereitet. Das Geräusch der Menschen, die entlang des Rheinufers auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant sind, erreicht die Hohenzollernbrücke jedoch nur gedämpft.
Die Brücke wird durch Lampen, die auf den Brückenpfeilern angebracht sind, in ein warmes Licht getaucht und wirkt mit den runden Stahlkonstruktionsbögen erhaben. Es wird dunkler und die Anzahl der Menschen, die sich aufmachen die Brücke zu überqueren, nimmt zu.
Sie tragen Plastiktüten in den verschiedensten Farben, sowie große oder kleinere Flaschen. Einige stehen bereits wartend an der Brüstung. Anscheinend wird wohl zum anstehenden Feuerwerk mit einem großen Andrang gerechnet.
Auf der Mitte der Brücke ist es fast still. Nur die Schritte der Passanten sind wahrnehmbar. Mit Überqueren der Brücke wird der Turm der Kölner Messe mit seiner Klinkerfassade sichtbar und das Reiterstandbild von Friedrich Wilhelm IV erinnert dort an vergangene Zeiten.
Auf der anderen Seite angekommen hat man einen faszinierenden Blick auf die Altstadt von Köln.
Die Luft ist kalt, aber angenehm. Die Menschenmengen nehmen zu und die Zeit schreitet voran. Vor dem Hotel Hyatt hat man einen wunderschönen Blick auf den Dom.
Manche Passanten tragen Sektflaschen der verschiedensten Sorten und Größen mit sich. Einige sind mit Feuerwerkskörpern ausgestattet. Auf einer freien Fläche werden einige Flaschen aufgestellt, um später daraus die Raketen zu starten. Die ersten Feuerwerkskörper werden auch schon gezündet. Ich bin überrascht wie schnell die Menschenmassen zunehmen und freue mich über meinen fast sicheren Platz vor einer Hecke vor dem Hotel Hyatt, mit einer guten Aussicht auf den Dom.
Auf der Hohenzollernbrücke hat sich bereits eine dichte Kette von Personen gebildet. Es sieht sehr beeindruckend aus. Auch auf der Deutzer Brücke gibt es ebenfalls ein dichtes Menschenband.
Hin und wieder zieht eine Gruppe von jungen Leuten, die noch auf der Suche nach einem geeigneten Platz sind, stoßend und schiebend vorbei. Es herrscht bereits jetzt schon eine gewisser Geräuschpegel. Hin und wieder wird dieser allerdings noch übertönt von einer S-Bahn oder einem Zug, die über die Hohenzollernbrücke fahren.
Die Luft ist von den Knallern und Böllern bereits leicht verqualmt. Es ist sehr kalt an diesem Abend, und beim Sprechen entstehen kleine Nebel.
Der Himmel ist sternenklar, wie häufig bei kalten Nächten und wirkt etwas glitzernd.
Die Stimmen, die teilweise zu hören sind, zeugen von Multinationalität. Italienische, türkische und teilweise auch französische Wortfetzen sind zu erkennen.
Auf der linken Rheinseite erstreckt sich der Dom monumental mit seinen zwei filigranen Türmen in den Himmel. Er ist in ein stahlblaues Licht gehüllt und wirkt überaus kühl. Im Gegensatz dazu erleuchtet die Kirche "Groß St. Martin" in einem warmen gelben Licht.
Die giebelständigen schmalen Häuser der Altstadt fallen durch die Beleuchtung ebenfalls hervor. Sie sind von unterschiedlichen Höhen und Breiten. Vor ihnen liegen die Ausflugsschiffe mit ihrer luminösen Beleuchtung. Es ist eine wunderbare Kulisse und über allen erhaben ist der Kölner Dom.
Die Menschen sind warm eingepackt, warten, manchmal trippelnd oder springend, um sich aufzuwärmen. Mit zunehmender Zeit steigt allerdings der Geräuschpegel. Die Feuerwerkskörper, die abgeschossen werden, nehmen zu. Wir nähern uns 12 Uhr. Nun scheint man auch die Beleuchtung des Kölner Doms abgeschaltet zu haben. Er ist dunkel umhüllt.
Es sind nur noch einige Minuten bis zum neuen Jahr. Aber Raketen erhellen bereits jetzt schon den Himmel und formen grandiose Kunstwerke.
In der Masse der Zuschauer wird laut gezählt.  fünf …, vier …, drei …, zwei ..., eins …, null. Jubel wird hörbar, die Sirenen der Schiffe hupen, die Kirchenglocken fangen an zu läuten. Das Gemurmel in der Menge nimmt schlagartig zu und Wortfetzen wie „Frohes neues Jahr“ und „Bonne Année“ sind zu hören. Menschen umarmen sich und stoßen an auf ein gutes neues Jahr. Knaller ertönen von allen Seiten, mal dumpf, mal hell. Teilweise hört man leichtes Surren von Feuerwerkskörpern, die über den Boden gleiten. Das Zischen von Wunderkerzen ist hörbar.
Am Himmel formen sich unterschiedliche Kunstwerke in Form von futuristischen Blumen in Gelb, Weiß, Blau oder Rot. Die teilweise, wenn sie sich entfaltet haben, fast förmlich wieder explodieren und ihrerseits kleine Blumen formen. Manche gestartete Feuerwerkskörper erzeugen mehrere Sterne am Himmel, die hintereinander schlagartig entstehen und langsam zu Boden zu fallen scheinen. Die Vielfalt der Kunstwerke, die am Himmel gebildet werden, ist gewaltig. Es sind runde explodiere Formen oder sternförmig auseinander gehende Bilder. Viele gleichen Blumenarten.
Auf einer anderen Seite am dunklen Himmel entsteht zunächst eine orangefarbene Kombination, die einer Chrysantheme gleicht, die ihrerseits nach kurzer Zeit noch mal kleine weiße Blätter entwickelt. Manchmal erhellt das Feuerwerk insgesamt die Umgebung und die Menschen sind deutlich zu erkennen. Bei einigen Sternen, die am Himmel entstehen, ist ein „Oh“ oder „Ah“ zu hören.
Über der Hohenzollernbrücke ist eine goldgelbe weiße Form ,wie eine Lilie, zu erkennen. Ebenso goldgelb erscheinen daneben fast palmenförmige Blätter. Die Brücke wird teilweise vom Licht des Feuerwerks derart erleuchtet, dass die Personen, die auf ihr stehen, deutlich zu erkennen sind. Es sind enorme Massen von Menschen, die sich dort versammelt haben und dieser Anblick ist sehr beeindruckend.
Interessant sind Feuerwerksformationen, bei denen kleine Sterne kreisend zu Boden fallen und dabei spiralenförmige Blütenblätter erzeugen. Einige Raketen erzeugen einen fast förmlichen Ball von Sternen, die regnend herabfallen. Die Formenvielfalt, die sich bietet, ist immens und das Knallen und Donnern überaus laut. Manchmal weiß man nicht in welche Richtung man blicken soll, denn überall bilden sich am Horizont über der Stadt fantastische Feuerwerksbilder.
Auch über der Deutzer Brücke, die ebenfalls manchmal deutlich durch das Licht erhellt wird, sind außergewöhnliche Formationen zu erkennen. Wenn sie von einem Feuerwerkskörper erleuchtet wird, kann man auch hier die Personen erkennen, die sich an der Brüstung reihen.
Immer wieder bilden sich am Himmel neue Formationen. Sie entstehen manchmal auch derart, als würde eine Sektflasche überschäumen und der Inhalt sich in alle Richtungen verteilen. Die Lichter des Himmels spiegeln sich immer wieder im Wasser des Rheins. Die Farben des Feuerwerks sind manchmal so intensiv, dass sie auch die Umgebung in Rot oder Grün ausleuchten.
Das Schauspiel ist wunderbar anzusehen und gigantisch. Mit der Kulisse des Kölner Domes ergibt sich ein schönes Bild.
Die beeindruckenden Menschenmassen, die auf den Brücken und am Rhein entlang stehen und deren Freude und Jubel deutlich erkennbar ist, genießen noch lange, was sich am Himmel bietet. …
Man versteht hier wohl zu feiern. …
Und es hinterlässt den Eindruck: Die heimliche Hauptstadt Deutschlands ist Köln.


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